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Werteauktion – spielerisch zu optimalen Teamwerten

Die Werteauktion ist eine Methode, die eine gemeinsame Sicht auf die Werte schafft. Sie fördert das wechselseitige Verständnis in einem Team, indem individuelle Sichtweisen transparent werden. Zudem wird auf spielerische Art und Weise deutlich, dass sich Menschen manchmal anders verhalten, als er oder sie es eigentlich möchten. Damit ist die Werteauktion ein elementarer Baustein zur Optimierung der Zusammenarbeit selbstorganisierter Teams, sodass diese ihr Teamziel effizienter erreichen.

  • Teams, die ihre Zusammenarbeit optimieren möchten, um ihr gemeinschaftliches Ziel effizienter zu erreichen
  • Vorbereitung für den Workshop zur Entwicklung eines agilen Mindsets.
  • Gemeinsame Sicht auf die Werte gelingender Teamarbeit im Hinblick auf eine effizientere Erreichung des Teamziels
  • Individuelle Sichtweisen auf die Werte werden transparent
  • Teilnehmende erleben, dass sich die Priorisierung relevanter Werte unter Druck und Stress verändern kann
  • Sowohl bewusste wie auch unbewusste Bewertungen der Werte werden transparent
  • Begeisterung der Menschen zum Spielen wird genutzt
  • Ergebnisse werden in kurzer Zeit produziert
  • Bereitschaft eines Teams, sich mit folgender Frage zu befassen: ‹Mit welchen Werten optimieren wir unsere Zusammenarbeit, sodass wir unsere gemeinschaftlichen Ziele effizienter erreichen?›
  • Zeitknappheit bei der Ersteigerung der Werte
  • Empfehlenswert ist, dass der Moderator über ein grundlegendes Verständnis der unterschiedlichen Funktionsweise der beiden Gedächtnissysteme des Menschen verfügt. (nachzulesen beispielsweise in Regine’s Buch ‹Mit agilem Mindset zum Erfolg‹)
  • Arbeitsblatt Wertekatalog (Auf Nachfrage bei mir erhältlich: Mail an Regine)
  • Wertezertifikat (Auf Nachfrage bei mir erhältlich: Mail an Regine)
  • Spielgeld-Päckchen über 250 CHF entsprechend Anzahl der Teilnehmenden
  • Textmarker und Moderationskarten
  • Stoppuhr
  • Klingel/Glocke

ZRM® Aufbaukurs 2

Durchführung der Werteauktion: Schritt für Schritt

Einstieg in das Thema 'Werte'

Um die Teilnehmenden auf das Thema Werte einzustimmen, beschreibe zunächst die positiven Auswirkungen transparenter Werte auf die Teamarbeit. Sinngemäss sollte dein Einstieg ins Thema folgende Informationen umfassen:

Werte sind in selbstorganisierten Teams von zentraler Bedeutung. Sie sind die ‹Spielregeln› für die Zusammenarbeit. Sie ersetzen Vorgaben ‘von oben’ sowie fest definierte Prozesse. Werte, 

  • unterstützen den Aufbau von Vertrauen. Dies kann wachsen, da das Verhalten aller Personen bis zu einem gewissen Grad vorhersehbar wird
  • machen spürbar, was alle innerhalb des Teams miteinander verbindet
  • ermöglichen ein Gefühl der ausgeglichenen Balance zwischen Geben und Nehmen. Damit entsteht eine Basis für Fairness
  • wirken sinnstiftend und motivierend. 

Werte entfalten diese positiven Auswirkungen insbesondere dann, wenn sie für alle transparent sind. Deshalb werden wir eine Werteauktion durchführen: Dadurch erhaltet ihr ein gemeinsames Bild jener Werte, die euch im Team optimal darin unterstützen, euer Teamziel effizienter zu erreichen. 

Nach diesen einleitenden Sätzen stelle die folgenden 6 Schritte kurz vor:

  • Schritt 1: Persönliche Werte bestimmen
  • Schritt 2: Austausch über die 3 wichtigsten, persönlichen Werte in Kleingruppen
  • Schritt 3: Rundgang Ergebnisgallerie mit Reflexion
  • Schritt 4: Werteauktion durchführen
  • Schritt 5: Verlauf und Ergebnis der Werteauktion reflektieren
  • Schritt 6: Unterschiede in den gewählten Werte vor und nach der Werteauktion thematisieren

Schritt 1: Persönliche Werte bestimmen

In dem ersten Schritt geht es darum, dass sich jeder und jede im Team mit den persönlichen Werte beschäftigt. Massgebend dafür sind jene Werte, die die Teamarbeit optimal darin unterstützen, das Teamziel effizient zu erreichen. 

Dafür verteilst du das Arbeitsblatt ‘Wertekatalog’. Du lädst die Teilnehmenden ein, 

  1. den Wertekatalog mit eigenen Werten zu ergänzen, falls diese nicht auf der Liste sind. Diese Werte sollten die Teamarbeit optimal darin unterstützen, das Teamziel effizienter zu erreichen. 
  2. die drei Werte auszuwählen, die optimale Unterstützung bieten.
  3. die Werte mit den Ziffern 1 bis 3 in eine Rangreihenfolge zu bringen.

Nach dieser Einzelarbeit bittest du die Teilnehmenden, ihre 3 Werte auf Moderationskarten zu schreiben. 

Schritt 2: Austausch über die 3 wichtigsten, persönlichen Werte in Kleingruppe

Anschliessend bittest du die Teilnehmenden 3er Gruppen zu bilden. Jede Kleingruppe lädst du ein, sich über die gewählten Werte auszutauschen. Dafür gibst du allen folgende Frage mit auf den Weg: ’Ich denke, dass sich unsere Zusammenarbeit mit den Werten xy (persönliche Werte einsetzen) optimieren liesse, damit…’. Jede Person ergänzt den Satz mit einer Beschreibung dessen, was aus ihrer Sicht wünschenswert wäre. Auf dieser Grundlage findet der Austausch in den Kleingruppen statt.

Nach Abschluss dieser Kleingruppenarbeit bittest du alle Teilnehmenden, die Moderationskarten mit den Werten für alle sichtbar im Raum in einer Ergebnisgallerie aufzuhängen. 

Schritt 3: Rundgang Ergebnisgallerie mit Reflexion

Anschliessend lädst du alle Teilnehmenden zu einem Rundgang entlang der Ergebnisgallerie ein. Ziel ist, dass sich alle einen Überblick über die gesammelten Werte verschaffen. Im Sinne einer Würdigung der gesammelten Werte, regst du mit folgender Frage zur Reflexion ein: Was geht euch durch den Kopf, wenn ihr die Werte auf dieser Ergebnisgallerie seht?

Jeder Gedanke, jede Empfindung, jeder Input von den Teilnehmenden ist willkommen. Erfahrungsgemäss wird nun deutlich sichtbar, dass 

  • Werte persönlich und individuell sind
  • sämtliche Werte aus einer persönlichen Optik heraus einen Beitrag zum gemeinschaftlichen Ziel leisten und
  • deshalb jeder einzelne Werte beibehalten werden sollte. 

Schritt 4: Werteauktion durchführen

Zunächst beschreibst du den Ablauf und die Regeln der Werteauktion:

  • Für jeden Wert des Wertekatalogs gibt es ein entsprechendes Wertezertifikat
  • Jeder und jede hat die Möglichkeit, Zertifikate jener Werte zu ersteigern, die ihm resp. ihr wichtig sind.
  • Die Teilnehmenden erhalten Spielgeld im Wert von je 250 CHF. Mit diesem Einsatz kann jeder und jede nach Belieben den oder das gewünschte Wertezertifikat ersteigern. 
  • Jede Versteigerung eines Wertezertifikates dauert maximal 1 Minute. Ist diese Minute abgelaufen, erhält jene Person mit dem zu diesem Zeitpunkt höchsten Gebot das Wertezertifikat.

Zum besseren Verständnis des Ablaufs führst du einen Probedurchlauf ohne Zeitbegrenzung durch. 

Danach beginnst du mit der Versteigerung. Du bist in der Rolle des Auktionators. In dieser Rolle bietest  du den Interessenten alle Wertezertifikate in beliebiger Reihenfolge zum Kauf an. Du forderst sie zum Bieten auf, registrierst ihre Angebote und erteilst dem jeweils Meistbietenden den Zuschlag. Dann kassierst du den gebotenen Geldbetrag und übergibst das Wertezertifikat.

Wichtig ist, dass du stets die Zeit im Blick behältst. Nach Ablauf einer Minute beendest du das Bieten und die Person mit dem höchsten Gebot erhält das Wertezertifikat. Parallel dazu notierst du auf einem Flip-Chart oder Whiteboard, wer welche Wertezertifikate ersteigert und welchen Betrag er dafür bezahlt hat. Die Werteauktion ist beendet, wenn alle Wertezertifikate ersteigert wurden oder wenn niemand mehr über Geld verfügt.

Schritt 5: Verlauf und Ergebnis der Werteauktion reflektieren

Nach Abschluss der Werteauktion lädst du die Teilnehmenden ein, ihr Arbeitsblatt ‹Wertekatalog’ 

  1. mit ihren Werten der ersteigerten Zertifikate zu ergänzen und
  2. diese zu priorisieren. Massgebend für die Priorisierung ist die Höhe des investierten Geldbetrages. Angenommen eine Person hat zwei Wertezertifikate ersteigert. Für das Wertezertifikat ‘Mut’ hat sie 150 CHF investiert. Dieser Wert erhält Priorität 1. Das Wertezertifikat ‘Kreativität’ kostete 100 CHF. Das ist Priorität 2.

Erfahrungsgemäss wissen nicht mehr alle Teilnehmenden, welchen Geldbetrag sie jeweils für ihre ersteigerten Wertezertifikate investiert haben. Aus diesem Grund hast du diese Informationen während der Auktion auf dem Flipchart resp. Whiteboard mitprotokolliert. Mit dieser Übersicht sind alle Teilnehmenden in der Lage sein, das Arbeitsblatt ‘Wertekatalog’ auszufüllen. 

Nachdem alle Teilnehmenden das Arbeitsblatt ergänzt haben, lädst du sie mit folgenden Fragen zur letzten Selbstreflexion ein:

  • Für welche persönlichen Werte hattest du dich vor der Werteauktion entschieden? Für welche danach? Wie unterscheidet sich die Priorisierung der Werte vor und nach der Werteauktion?
  • Wie hast du dich im Spiel verhalten? Siehst du Parallelen zu anderen Situationen?
  • Wie gehst du mir Frustration um (sofern du ein Wertezertifikat nicht erhalten hast)?

Sobald du siehst, dass alle Teilnehmenden ihre Überlegungen abgeschlossen haben, kannst du sie einladen, ihre Überlegungen zu teilen. Dies ist ein guter Zeitpunkt, um von eigenen Erfahrungen mit der Werteauktion zu berichten. 

Schritt 6: Unterschiede in den gewählten Werte vor und nach der Werteauktion thematisieren

Es kann sein, dass sich manche Teilnehmenden vor der Werteauktion für andere Werte entschieden haben, als jene, die sie in der Auktion tatsächlich ersteigert haben. Dieses Phänomen ist Inhalt des 6. und letzten Schrittes. 

Du stellst die folgende Frage zur Diskussion im Plenum: Wie erklärt ihr euch Differenzen zwischen dem bewusst gewählten und dem ersteigerten Wert?

Hintergrund dieser Frage: 

  • Die anfängliche Bewertung der Werte und wie auch der Entscheid für die 3 wichtigsten Werte erfolgte in Ruhe und ohne Zeitdruck durch den Verstand. Er kam nach reiflicher Überlegung zu seiner wohldurchdachten Priorisierung der Werte. 
  • In der Auktion gibt es eine zeitliche Begrenzung auf eine Minute. Daraus resultiert ein gewisser zeitlicher Druck. Zudem entsteht während der Auktion typischerweise eine gewisse Aufregung, manchmal sogar Euphorie. Unter diesen Bedingungen kann der Verstand nicht ordentlich arbeiten. Er gibt die Steuerung an einen anderen Teil des Gehirns ab. Dieses 2. Gedächtnissystem hat andere Bewertungs- und Entscheidungskriterien als der Verstand. Aufgrund dieser Unterschiede verhalten sich Menschen bei Druck, Stress und Aufregung manchmal völlig anders, als sie es aus Verstandessicht wollen. 
  • Wer sein Verhalten zulässig an einem oder mehreren gewünschten Werten ausrichten möchte, sollte dafür sorgen, dass der Verstand und das 2. Gedächtnissystem die betreffenden Werte gleich bewerten. Dann sind beide Gedächtnissysteme synchron und ziehen an einem Strang. Diese Synchronisation bezeichnen wir umgangssprachlich als Haltung. 
  • Eine Haltung – oder im IT Jargon ein Mindset – wird in der Alltagspsychologie oft mit Sprichwörtern umschrieben. Der Wert ‘Offenheit’ für Veränderung lässt sich beispielsweise gut mit ‘Wer nicht wagt, der nicht gewinnt’ umschrieben. Hat eine Person diese Haltung, wird sie sich höchstwahrscheinlich schneller auf Neues einlassen, leichter Entscheidungen treffen oder etwas Ungewöhnliches ausprobieren als Personen mit der Haltung ‘Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste’. 

Praxistipp

  • Zeitknappheit ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei der Werteauktion. Angenommen ein Wertezertifikat ist regelmässig bereits nach bspw. 45 Sekunden ersteigert. Dann empfiehlt es sich, die zur Verfügung stehende Zeit auf 30 Sekunden zu verkürzen.
  • Die Werteauktion lässt sich gut mit der Methode zum Aufbau einer persönlichen, massgeschneiderten Haltung resp. Mindset ergänzen.

Hier erfährst du mehr:

In meinem Workshop beim Institut für Motivation und Selbstmanagement (ISMZ) erlebst du die Werteauktion live und entwickelst dein ganz persönliches Mindset. 

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